Living Legends

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dinosaurs to democracy

„Living Legends since Independence – Malawians tell their stories“ ist ein deutsch-malawisches Erinnerungsprojekt, das die vergangenen sechzig Jahre der politischen Geschichte Malawis betrachtet. Zu Wort kommen Zeitzeugen, deren Erzählungen filmisch dokumentiert wurden.
Das Projekt wurde durch das Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amts finanziert.
Zu sehen ist das Erinnerungsprojekt seit dem 15. November 2014 in der eigens dafür neu gestalteten Multimedia-Ecke im Cultural Museum Centre in Karonga (CMCK) im Norden Malawis. Am Ende der Dauerausstellung „From Dinosaurs to Democracy“ bietet nun eine audiovisuelle Station Ausschnitte aus den Filminterviews. Die Videoclips illustrieren biographische Erfahrungen zu verschiedenen historischen Ereignissen des Landes. Das Ausstellungsprojekt „Living Legends“ erzählt die politische Geschichte der Republik Malawi und ordnet bislang marginalisierte Erzählungen persönlicher Lebensgeschichten in das umstrittene Gedächtnis dieser noch jungen Nation ein. Dies ermöglicht ebenso einen Einblick in das gegenwärtige Handeln von malawischen Bürgern im Verhältnis zum Staat – und umgekehrt.
Dabei ist es ein persönliches Anliegen der Zeitzeugen, die sich an vielen Stationen ihres Lebens
aktiv für die Zukunft des Landes eingesetzt haben, ihre Ideen und Entwürfe einer Gesellschaft
mit der jüngeren Generation in Malawi zu teilen.

Malawi, CMCK, Living Legends
Malawi, CMCK, Living Legends

„Living Legends“ erinnert an die Geschichten der Menschen während der dreißigjährigen autokratischen Regierung unter Kamuzu H. Banda und seiner „Malawi Congress Party“ (MCP).
Dieses Einparteiensystem hatte weitreichende Folgen für Malawi. Beispielsweise mussten viele Mitglieder der nationalistischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die britische Kolonialherrschaft Malawi verlassen und konnten das Land erst in den 1990ern wieder betreten.
Dass es in der jüngeren Vergangenheit vermehrt Bestrebungen gibt, die politische Geschichte in Malawi „neu zu erinnern“, lässt sich exemplarisch an den 2012 neu gestalteten Banknoten erkennen. Die 1000-Kwacha-Note zeigt nach alter Tradition noch Kamuzu Banda; die neu gestaltete 200-Kwacha-Note jedoch zeigt Frau Rose Chibambo.

Malawi, CMCK, Living Legends
Malawi, CMCK, Living Legends

Rose Chibambo war Teil einer jungen politischen Elite, die in den 1950ern maßgeblich an der Unabhängigkeitsbewegung für Njassaland, heute Malawi, beteiligt war. Nur zwei Monate nach der Gründung der Republik Malawi kam es 1964 zur Entlassung entscheidender politischer Personen während der Kabinettskrise von 1964. Rose Chibambo, die erste und einzige Frau im Kabinett, musste ins Exil flüchten und konnte erst 1993 wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Rose Chibambo ist eine der Zeitzeuginnen von Living Legends, deren Geschichte die Ausstellung erzählt und bewahrt. Bewegt von der Idee, unterschiedliche Erinnerungen dieser Zeit zu versöhnen, präsentiert die Sammlung von Video-Interviews mit Zeitzeugen unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte – aber auch mögliche Entwicklungen für die Zukunft von Malawi. Mit der in Deutschland stärker verbreiteten Zeitzeugen-Methode zur Geschichtsaufarbeitung und zum Aufbau einer gemeinsamen Erinnerungskultur (Beispiel: Wiedervereinigung) möchte das Ausstellungsprojekt im Cultural Museum Centre Karonga Impulse setzen für einen biographischen Zugang zur Geschichte. In enger Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der University of Malawi und Museumsexperten wird eine Fortführung der Zeitzeugeninterviews angestrebt. Bislang konnten 20 Personen und ihre Erzählungen gesammelt werden.
Projektleitung:
Birthe Annkathrijn Pater, Gutenberg Universität Mainz
Schirmherr und wissenschaftlicher Berater:
Prof. Dr. Friedemann Schrenk, Uraha Foundation Germany

Malawi, CMCK, Living Legends
Malawi, CMCK, Living Legends

Ausstellungsdesign:
Julia Danckworth, Handwert Möbeldesign
Beratungsausschuss:
Valentin Schütz, Dr. Mufunanji Magalasi (Chancellor College Zomba), Dr. Blessings Chinsinga (Chancellor College Zomba), Dr. Elisabeth Gomani (Director of Culture MG), Board of Uraha Foundation Malawi Cultural Museum Centre Karonga, Prof. Kings Phiri (Mzuzu University), Dr. Timwa Lipenga (Lecturer Chancellor College Zomba), Dr. Mufunanji Magalasi (Lecturer Chancellor College Zomba), Archibald Kapote Mwakasungula (Chairman Uraha Foundation Malawi), Neema Mwaungulu.

 

Text: Birthe Pater, Kontakt: b.pater@gmx.de[:en]

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„Living Legends since Independence – Malawians tell their stories“ ist ein deutsch-malawisches Erinnerungsprojekt, das die vergangenen sechzig Jahre der politischen Geschichte Malawis betrachtet. Zu Wort kommen Zeitzeugen, deren Erzählungen filmisch dokumentiert wurden.
Das Projekt wurde durch das Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amts finanziert.
Zu sehen ist das Erinnerungsprojekt seit dem 15. November 2014 in der eigens dafür neu gestalteten Multimedia-Ecke im Cultural Museum Centre in Karonga (CMCK) im Norden Malawis. Am Ende der Dauerausstellung „From Dinosaurs to Democracy“ bietet nun eine audiovisuelle Station Ausschnitte aus den Filminterviews. Die Videoclips illustrieren biographische Erfahrungen zu verschiedenen historischen Ereignissen des Landes. Das Ausstellungsprojekt „Living Legends“ erzählt die politische Geschichte der Republik Malawi und ordnet bislang marginalisierte Erzählungen persönlicher Lebensgeschichten in das umstrittene Gedächtnis dieser noch jungen Nation ein. Dies ermöglicht ebenso einen Einblick in das gegenwärtige Handeln von malawischen Bürgern im Verhältnis zum Staat – und umgekehrt.
Dabei ist es ein persönliches Anliegen der Zeitzeugen, die sich an vielen Stationen ihres Lebens
aktiv für die Zukunft des Landes eingesetzt haben, ihre Ideen und Entwürfe einer Gesellschaft
mit der jüngeren Generation in Malawi zu teilen.

Malawi, CMCK, Living Legends
Malawi, CMCK, Living Legends

„Living Legends“ erinnert an die Geschichten der Menschen während der dreißigjährigen autokratischen Regierung unter Kamuzu H. Banda und seiner „Malawi Congress Party“ (MCP).
Dieses Einparteiensystem hatte weitreichende Folgen für Malawi. Beispielsweise mussten viele Mitglieder der nationalistischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die britische Kolonialherrschaft Malawi verlassen und konnten das Land erst in den 1990ern wieder betreten.
Dass es in der jüngeren Vergangenheit vermehrt Bestrebungen gibt, die politische Geschichte in Malawi „neu zu erinnern“, lässt sich exemplarisch an den 2012 neu gestalteten Banknoten erkennen. Die 1000-Kwacha-Note zeigt nach alter Tradition noch Kamuzu Banda; die neu gestaltete 200-Kwacha-Note jedoch zeigt Frau Rose Chibambo.

Malawi, CMCK, Living Legends
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Rose Chibambo war Teil einer jungen politischen Elite, die in den 1950ern maßgeblich an der Unabhängigkeitsbewegung für Njassaland, heute Malawi, beteiligt war. Nur zwei Monate nach der Gründung der Republik Malawi kam es 1964 zur Entlassung entscheidender politischer Personen während der Kabinettskrise von 1964. Rose Chibambo, die erste und einzige Frau im Kabinett, musste ins Exil flüchten und konnte erst 1993 wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Rose Chibambo ist eine der Zeitzeuginnen von Living Legends, deren Geschichte die Ausstellung erzählt und bewahrt. Bewegt von der Idee, unterschiedliche Erinnerungen dieser Zeit zu versöhnen, präsentiert die Sammlung von Video-Interviews mit Zeitzeugen unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte – aber auch mögliche Entwicklungen für die Zukunft von Malawi. Mit der in Deutschland stärker verbreiteten Zeitzeugen-Methode zur Geschichtsaufarbeitung und zum Aufbau einer gemeinsamen Erinnerungskultur (Beispiel: Wiedervereinigung) möchte das Ausstellungsprojekt im Cultural Museum Centre Karonga Impulse setzen für einen biographischen Zugang zur Geschichte. In enger Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der University of Malawi und Museumsexperten wird eine Fortführung der Zeitzeugeninterviews angestrebt. Bislang konnten 20 Personen und ihre Erzählungen gesammelt werden.
Projektleitung:
Birthe Annkathrijn Pater, Gutenberg Universität Mainz
Schirmherr und wissenschaftlicher Berater:
Prof. Dr. Friedemann Schrenk, Uraha Foundation Germany

Malawi, CMCK, Living Legends
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Ausstellungsdesign:
Julia Danckworth, Handwert Möbeldesign
Beratungsausschuss:
Valentin Schütz, Dr. Mufunanji Magalasi (Chancellor College Zomba), Dr. Blessings Chinsinga (Chancellor College Zomba), Dr. Elisabeth Gomani (Director of Culture MG), Board of Uraha Foundation Malawi Cultural Museum Centre Karonga, Prof. Kings Phiri (Mzuzu University), Dr. Timwa Lipenga (Lecturer Chancellor College Zomba), Dr. Mufunanji Magalasi (Lecturer Chancellor College Zomba), Archibald Kapote Mwakasungula (Chairman Uraha Foundation Malawi), Neema Mwaungulu.

 

Text: Birthe Pater, contact: b.pater@gmx.de[:]